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Leseempfehlungen
Die folgenden Bücher empfiehlt die Stiftung Lesen im Rahmen der Kampagne „Wissen gegen Willkür“ den Schulen zur Behandlung im Unterricht oder als Lesetipps für interessierte Schülerinnen und Schüler. Ausgewählt wurden Bücher, die sehr direkt zu den Themen der Kampagne passen, die sich zum Einsatz im Unterricht in der Zielgruppe (7. - 13. Klassen) eignen.
Aus der Lektüre von Büchern über Menschenrechtsprobleme können sich viele Fragen und Diskussionsthemen ergeben; in vielen Fällen wird es dann möglich sein, die Autorinnen dieser Bücher in den Unterricht einzuladen - siehe dazu unsere separate Liste über Autorenlesungen und Workshops an Schulen. Sehr oft kann die Beschäftigung mit einem dieser Bücher im Deutsch-Unterricht aber auch zu einer Einladung an die örtliche amnesty-Gruppe führen, weil sich aus der Lektüre Sachfragen zur Menschenrechtsthematik ergeben haben.
Zu folgenden Themen wurden Leseempfehlungen für Sie zusammengestellt:
1. Menschenrechte allgemein
Amnesty International Report 2008 - Zur weltweiten Lage der Menschenrechte, S.Fischer Verlag, Frankfurt a.M., 496 S., € 14,90
Eine kleine, handliche Broschüre (7,4 x 10,5 cm) mit der Allgemeinen Erklärungen der Menschenrechte (deutsch und deutsch/englisch) kann direkt bei amnesty international bestellt werden. www.amnesty.de (48 S., € 1,-).
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, verkündet von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M./Wien/Zürich 2005, 80 S., € 14,90
Diese wunderschöne, reich illustrierte Ausgabe präsentiert das grundlegende Dokument der Menschenrechtsgeschichte. Es ist ein Vorzug der Illustrationen, dass sie, scheinbar utopisch, die Umsetzung der Menschenrechte zeigen – und nicht etwa Schreckensbilder ihrer Missachtung. Juli Zehs gleichermaßen bündiges wie aussagekräftiges Vorwort rundet den Band ab.
Luis Claudio Cardoso: Der Tag, an dem sie Vater holten. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 1999, 110 S. (zurzeit vergriffen)
Der Vorzug dieses kurzen Romans besteht darin, dass er dasselbe Ereignis, nämlich das „Verschwindenlassen“ und die Ermordung eines Regimekritikers, gleich aus drei Perspektiven erzählt. Zu Wort kommen die beiden Kinder des Opfers und dessen Haushälterin. Cardoso regt so eine besonders aktive Lesehaltung an, Empathiefähigkeit und Perspektivübernahme werden in besonderer Weise gefördert.
Reiner Engelmann/Urs M. Fiechtner (Hg.): Frei und gleich geboren. Ein Menschenrechte-Lesebuch. Bertelsmann Verlag, München 2008, 224 S., € 6,90
Diese Anthologie besticht durch die Anzahl und die Auswahl unterschiedlicher Autorinnen und Autoren, die einen guten Einstieg in das komplexe Thema Menschenrechte gewähren. Fiktionale Texte stehen neben Sachtexten, Gedichte und Kurzgeschichten wechseln sich mit Berichten und Dokumentationen ab.
Reiner Engelmann/Urs M. Fiechtner (Hg.): Aller Menschen Würde. Ein Lesebuch. Sauerländer Verlag, Aarau/Frankfurt a. M. 2001, 287 S., € 18,80
Anlässlich des vierzigjährigen Bestehens der Menschenrechtsorganisation Amnesty International lassen die Herausgeber 45 Autorinnen und Autoren aus 21 Ländern zu Wort kommen. Neben Schriftstellern gehören auch Journalisten, Wissenschaftler, Juristen, Amnesty-Mitglieder und ehemalige politische Gefangene zu den Autoren des Bandes.
Urs M. Fiechtner/Sergio Vesely: Geschichten aus dem Niemandsland. Texte über Menschenwürde und Menschenrechte. Schmetterling Verlag, Stuttgart 1999, 128 S., € 7,80
Dieser Band enthält eine breit angelegte Sammlung von Kurzprosa. Die 22 Texte wenden sich in vielfältiger Form und mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten einem schwierigen Thema zu: der Verletzung der Rechte und Würde des Menschen. Es geht den Autoren nicht um konkrete Tagespolitik oder bestimmte Länder, sondern um grundsätzliche Fragen eines humanen Zusammenlebens.
Deutsches Institut für Menschenrechte (Hg.): Jahrbuch Menschenrechte 2008. Sklaverei heute. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2007, 341 S., € 12
Das neue Jahrbuch Menschenrechte, herausgegeben vom Deutschen Institut für Menschenrechte, konzentriert sich auf die modernen Formen der Sklaverei. Sklaverei hat viele Gesichter – Zwangsarbeit, Menschenhandel, Sexsklavinnen und -sklaven, Schuldknechtschaft, Zwangsverheiratung oder auch Kindersoldaten.
Amnesty macht Schule. Amnesty International, März 2008, ca. 100 S. (DIN A4, mit Spiralbindung), € 6,-
Unterrichtsvorschläge zu Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für die Jahrgangsstufen 5 – 13 und für verschiedene Unterrichtsfächer.
Konstantin Thun: Menschenrechte und Außenpolitik. Verlag Horlemann, Bad Honnef, 2006
Seit 1998 arbeitet die deutsche „Koalition gegen Straflosigkeit“ gemeinsam mit argentinischen Menschenrechtsorganisationen daran, die Fälle von deutschen und deutschstämmigen Opfern des argentinischen Militärs vor den deutschen Strafverfolgungsbehörden untersuchen und strafverfolgen zu lassen. Neben den juristischen Auseinandersetzungen spielte auch die nach wie vor nicht erfolgte politische Aufarbeitung der deutsch-argentinischen Vergangenheit eine große Rolle.
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2. Folter/Verschwinden lassen
Amnesty International (Hg.): Die Würde des Menschen ist (un)antastbar. Das Lesebuch gegen Folter. Amnesty International, Ulm 2000, 180 S., € 7
Dieses als Lesebuch aufgemachte Begleitbuch der gleichnamigen Wanderausstellung von Amnesty International bietet kompakte Hintergrundinformationen zu allen Aspekten des Themas. Daneben enthält es auch Kurzgeschichten, Erzählungen, Interviews und Reportagen von renommierten Autoren und Experten.
Urs M. Fiechtner: Annas Geschichte. Die Geschichte einer Verschwundenen. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1996, 160 S., € 6,-
Dieser mehrfach ausgezeichnete Roman erzählt von einem der dunkelsten Kapitel der lateinamerikanischen Geschichte – von der Entführung, Folterung und Ermordung Oppositioneller während der Militärdiktaturen etwa in Chile oder Argentinien. Am Beispiel einer jungen Frau, die sich couragiert gegen die Diktatur auflehnt, wird die auch heute
noch gängige Praxis des „Verschwindenlassens“ eindrucksvoll dargestellt.
Urs M. Fiechtner: Verschwunden – In geheimer Haft. Edition Menschenrechte, Horlemann Verlag, Bad Honnef Herbst 2008, 144 S., € 12,90
Mithilfe eines informativen Sachteils und zweier Erzählungen bietet der Autor einen Zugang zur menschenverachtenden Praxis (und Geschichte) des „Verschwindenlassens“ aus unterschiedlicher Sicht. Es wird deutlich, dass das Verschleppen, Foltern und Ermorden missliebiger Personen im staatlichen Auftrag bis heute weit verbreitet ist, unter anderem im Umgang mit Verdächtigen im so genannten „Krieg gegen den Terror“.
Urs M. Fiechtner: Folter – Angriff auf die Menschenwürde. Edition Menschenrechte, Horlemann Verlag, Bad Honnef Frühjahr 2008, 144 S., € 12,90
Drei Geschichten erzählen von den Opfern, aber auch von solchen Menschen, die zu Tätern wurden. Sie machen deutlich, wie Folter „funktioniert“ und wie sie sich verselbstständigt. Ein informativer Sachteil liefert Informationen über die Folter, ihre Geschichte, ihre politisch-gesellschaftlichen Hintergründe, ihre Methoden und ihre physischen und psychischen Folgen. Es wird die Frage aufgeworfen, was die Folter mit uns in Deutschland zu tun hat, und es wird erläutert, warum das absolute Folterverbot unbedingt erhalten bleiben muss.
Tahar Ben Jelloun: Das Schweigen des Lichts. Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2003, 252 S., € 8,90
Der Roman thematisiert die Verschleppung, Folterung und Ermordung marokkanischer Soldaten nach dem gescheiterten Putschversuch gegen König Hassan II. Achtzehn Jahre lang mussten 58 Soldaten in winzigen dunklen Zellen und unter schlimmsten hygienischen Bedingungen dahinvegetieren, bevor die Überlebenden auf internationalen Druck freigelassen wurden.
Elsa Osorio: Mein Name ist Luz. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2007, 432 S., € 9,90
Den historischen Hintergrund des eindrucksvollen Romans bildet die argentinische Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983. In dieser Zeit wurden die Babys inhaftierter Regimegegnerinnen systematisch geraubt und von Militärs adoptiert. Viele Jahre nach Ende der Militärdiktatur kommt in einigen wenigen Familien die Wahrheit ans Licht – so auch bei Luz, einer jungen Frau, die selbst Opfer dieser Praxis geworden ist.
Harald Welzer: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a. M. 2007, 323 S., € 10,95
Der Sozialpsychologe Harald Welzer konstatiert Beunruhigendes: Es ist nicht eine psychische Störung, das simple Böse in manchen Menschen, dass sie zu Massenmördern macht. In bestimmten Ausnahmesituationen, hier am Holocaust des Zweiten Weltkrieges exemplifiziert, können „normale“, durchaus gebildete und moralisch denkende Menschen zu Massenmördern werden. Wissenschaftlich fundierte Analyse, die das „Gut gegen Böse“- Schema kräftig erschüttert.
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3. Todesstrafe
Kazem Hashemi: Todesstrafe. Auge um Auge. Edition Menschenrechte, Horlemann Verlag, Bad Honnef Frühjahr 2008, 144 S., € 12,90
Ein informativer Sachteil beschäftigt sich mit der Todesstrafe weltweit sowie mit ihren kulturellen und gesellschaftspolitischen Hintergründen. Er gibt einen Abriss über die historische Entwicklung der Todesstrafe und ihre Praxis. Zwei Geschichten, eine aus dem Iran, die andere aus einem westlichen Land, schildern die Todesstrafe aus der
Perspektive von Betroffenen.
Karl-Bruno Leder: Todesstrafe. Ursprung, Geschichte, Opfer. Area Verlag, Erftstadt 2006, 384 S., € 9,95
Leders Sachbuch bietet wichtige Hintergrundinformationen zu einem hochaktuellen Thema. Ausgesprochen kenntnisreich und verständlich stellt es die Geschichte und Praxis der Todesstrafe dar. Der Band endet mit einem eindringlichen Plädoyer des Autors für die Abschaffung der Todesstrafe.
Politik betrifft uns. Wenn Staaten töten –Todesstrafe kontra Menschenrecht (Ausgabe 04/2004). Bergmoser & Höller Verlag, Aachen 2004, 28 S., € 12
Besonders für Lehrerinnen und Lehrer der Sek. II interessante Unterrichtsmaterialien zum Thema Todesstrafe. Neben Verbreitung, Geschichte und Rechtslage werden auch Karikaturen und weitere Folien zum Thema mitgeliefert. Im Anhang gibt es auch noch einen ausführlichen Unterrichtsverlauf mit unterschiedlichen Methoden zur Bearbeitung in der Klasse.
Silke Porath/Matthias Wippich: Auge um Auge. Todesstrafe in den USA. Griffelbuch Verlag, Waldsolms/Brandoberndorf 2006, 232 S., € 19,95
Der aufrüttelnde Band enthält zahlreiche Berichte von Mitgliedern der „Initiative gegen die Todesstrafe“, die teilweise über viele Jahre Freundschaften mit Todeskandidaten eingegangen sind und diese bis zum Schluss begleitet haben. Dieses Buch lässt Gefangene zu Wort kommen und ist eine eindrucksvolle Absage an die menschenverachtende Rechtsprechung, die noch in einer Reihe Staaten vollzogen wird, u. a. in China, in Iran oder in den USA.
Ken Saro-Wiwa: Lemonas Geschichte. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004, 217 S., € 9,50
Dieser letzte Roman Saro-Wiwas entstand im Gefängnis, unmittelbar vor der Hinrichtung des bekannten Schriftstellers und Menschenrechtlers. Er erzählt von Lemona, die fünfundzwanzig Jahre in einem nigerianischen Gefängnis gesessen und lange auf ihre Hinrichtung gewartet hat. Am letzten Tag ihres Lebens erhält Lemona Besuch von Ola, der Tochter eines ihrer damaligen Opfer. Lemona erzählt der jungen Frau ihre Lebensgeschichte, die von Armut, Ausbeutung und Missbrauch geprägt ist.
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4. Wirtschaftliche, soziale, kulturelle Rechte
Deborah Ellis: Die Sonne im Gesicht. Ein Mädchen in Afghanistan. Omnibus Verlag, München 2003, 123 S., € 6,-
Der vorliegende Jugendroman verdankt seine Qualität nicht zuletzt der umfassenden und gründlichen Recherche der Autorin, die selbst viele Monate in afghanischen Flüchtlingslagern gearbeitet hat. Ellis erzählt die Geschichte eines elfjährigen Mädchens: Nachdem Parvenas Vater von den Taliban verhaftet worden ist, nimmt sie dessen Platz
auf dem Markt ein. Da es Mädchen und Frauen verboten ist, sich öffentlich zu zeigen, kann Parvena nur als Junge verkleidet die brutale und frauenverachtende Schreckensherrschaft der Taliban überleben.
Tahar Ben Jelloun: Die Früchte der Wut. Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2007, 121 S., € 7,50
Nadia ist die Tochter maghrebischer Immigranten. Zusammen mit ihren sieben Geschwistern lebt sie in einem jener Pariser Vororte, die immer wieder von Unruhen erschüttert werden. Angetrieben von ihrem Widerwillen gegen soziale Ungerechtigkeit, gründet sie einen Jugendverein und kandidiert bei den Bezirkswahlen. Gegen den Widerstand
ihrer Familie, die in einem archaisch anmutenden Ehrbegriff gefangen ist, emanzipiert sich Nadia zunehmend.
Ghazi Abdel-Qadir: Die sprechenden Steine. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 1998, 165 S., € 5,90 (zurzeit vergriffen)
Eine Geschichte aus palästinensischer Sicht. Ohne in Schwarzweißmalerei zu verfallen, vermittelt der Autor einen Einblick in die hoffnungslos anmutende Geschichte des Westjordanlands, die von Benachteiligung, Krieg und Zerstörung geprägt ist. Der elfjährige Ich-Erzähler Kamal erlebt die ersten Monate der Intifada und wird in den Kampf gegen die israelischen Besatzer hineingezogen. Der Roman lässt sich vor allem als ein Plädoyer gegen den Hass und für ein gleichberechtigtes Miteinander lesen.
Allan Stratton: Worüber keiner spricht. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, 272 S., € 7,50
Der Roman, der in einem Armenviertel Südafrikas spielt, vermittelt eine authentisch wirkende Sicht auf eine der größten humanitären Katastrophen des afrikanischen Kontinents: die nahezu ungebremste Ausbreitung des Aids-Virus. Die sechzehnjährige Chanda muss mit ansehen, wie nicht nur ihre Nachbarn, sondern auch die eigene Familie an Aids zugrunde geht, einer Krankheit, über die keiner spricht. Mit aller Kraft versucht Chanda, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen.
Anja Tuckermann: „Denkt nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008, 304 S., € 7,95
Anja Tuckermann hat die schockierende Geschichte von Hugo Höllenreiner nach Interviews niedergeschrieben. Zusammen mit seiner Familie wird der neunjährige Hugo 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie leiden unter Kälte, Hunger, Gewalt und der Folter von Mengele. Doch Hugo überlebt und erzählt nach 60 Jahren die Geschichte ihres Schicksals, damit es nicht vergessen wird. Ein Buch, das nahe geht und besonders durch die Zitate Hugo Höllenreiners eine erschreckende Intensität
entwickelt.
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5. Kinderrechte
Ishmael Beah: Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat. Campus Verlag Frankfurt a. M. 2007, 271 S., € 19,90
Mit Drogen und durch Folter gefügig gemacht, wird Ishmael, wie viele andere Kinder in Sierra Leone, Zeuge schlimmster Grausamkeiten und selbst zum Töten gezwungen. Opfer und Täter zugleich – wie kann ein Mensch das verkraften? Ishmael Beah macht es in diesem lesenswerten Buch erfahrbar.
Lutz van Dijk: Themba. C. Bertelsmann Jugendbuch Verlag, München 2006, 219 S., € 12,90, ab 12
Themba ist seit seiner Kindheit Fußballer aus Begeisterung und Leidenschaft. Nun sitzt er stolz auf der Ersatzbank der südafrikanischen Nationalmannschaft. Doch in seine Freude mischt sich die Angst um seine Mutter, die schwer gezeichnet im Krankenhaus liegt: AIDS. Es gibt nur einen, der sie angesteckt haben könnte: sein Onkel. Und der hat auch Themba missbraucht. Hat sich Themba ebenfalls infiziert? Der Tag, an dem Thembas Traum wahr wird und er in seinem ersten Länderspiel das entscheidende Tor schießt, ist der Tag, an dem er die Ergebnisse seines AIDS-Tests erhält. Als er in der Pressekonferenz aufs Podium geholt wird, weiß er, dass er die schwerste Entscheidung seines Lebens bekannt geben muss …
Lutz van Dijk: Township Blues. cbj, München 2003, 160 S., € 5,90, ab 12
Thina lebt im Township am Rande von Kapstadt, wo Gewalt allgegenwärtig ist. Sie erlebt diese Gewalt, aber auch die Wärme und Liebe ihres Freundes und ihrer Lehrerin, als sie befürchten muss, HIV-positiv zu sein. Ausgezeichnet mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis. Mit Glossar und Nachwort.
Reiner Engelmann/Urs M. Fiechtner (Hg.): Kinder ohne Kindheit. Ein Lesebuch über Kinderrechte. Patmos Verlag, Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2006, 210 S., € 19,90
In ihrer vierten Anthologie präsentieren Engelmann und Fiechtner gut zwei Dutzend zum Teil sehr persönliche Texte, die massive Verstöße gegen die Kinderrechtskonvention
aufzeigen, z. B. das Elend der Kindersoldaten, die mangelhafte Ernährungs- und Gesundheitssituation oder die sexuelle Gewalt gegen Kinder. Das Buch zeigt jedoch nicht nur Missstände auf; anhand von exemplarisch vorgestellten Initiativen wird verdeutlicht, dass sich persönliches Engagement lohnt.
Reiner Engelmann: Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet. Edition Menschenrechte, Horlemann Verlag, Bad Honnef Frühjahr 2008, 144 S., € 12,90
Anhand einiger Artikel aus der Kinderrechtskonvention wird die Situation von Kindern durch Beispiele aus verschiedenen Ländern dargestellt: z. B. Recht auf Bildung, Schutz vor sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung, Schutz bei bewaffneten Konflikten etc.
Hans-Martin Große-Oetringhaus (Hg.): Menschenskinder. Neue Gedichte über Kinder und Kindheit. terre des hommes, Osnabrück 2004, 237 S., € 7,50
Große-Oetringhaus präsentiert in dem von ihm herausgegebenen Band Gedichte und Aphorismen von 25 Autoren, die sich gleichermaßen an Erwachsene und Kinder richten. Wie bei einem Blick durch ein Kaleidoskop werden die unterschiedlichsten Aspekte von Kindheit beleuchtet. Gemeinsam ist allen Texten, dass sie für einen fairen und humanen Umgang mit Kindern eintreten und ganz besonders eines einfordern: die Rechte des Kindes ernst zu nehmen.
China Keitetsi: Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr. Ullstein Taschenbuch Verlag, Berlin 2003, 317 S., € 8,95
China Keitetsi war Kindersoldatin in Uganda. Nach einer brutalen Kindheit wird sie von Soldaten verschleppt und lernte schon mit zehn Jahren den Umgang mit dem Gewehr, lernte zu foltern, zu morden und zu plündern. Bis zu ihrer Flucht im Alter von 19 Jahren erlebte sie Grausamkeiten, die für ein Kind kaum auszuhalten sind. Ergreifendes Porträt, das einen so schnell nicht mehr loslässt.
Henning Mankell: Der Chronist der Winde. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2002, 267 S., € 9,-
Nelio, ein zehnjähriges afrikanisches Straßenkind, liegt mit einer Schusswunde auf dem Dach eines Hauses. Er weiß, dass er bald sterben wird, doch zuvor erzählt er seine Geschichte dem Bäckerjungen José: wie Banditen sein Dorf überfielen, seine Schwester töteten, ihn zwingen wollten, seine Familie umzubringen, wie er floh und der Anführer
einer Bande von Straßenkindern wurde. Eine besondere Qualität des Romans liegt darin, dass der Autor Nelios Geschichte in einer dichten, poetischen und zuweilen auch ausgesprochen humorvollen Weise erzählt.
André Pilz: Bataillon D`Amour. Eine Geschichte von Liebe und Gewalt. Archiv der Jugendkulturen, Berlin 2007, 323 S., € 18,-, ab 16
Es gibt Bücher, die lassen dem Leser Raum für Fantasie – und es gibt solche Bücher, die nichts offen lassen und den Leser ein Stück weit leiden lassen. „Bataillon D´Amour“ beschönigt nichts, lässt nichts offen und ist daher sehr nah an der beklemmenden Wirklichkeit. Es schildert die erschreckende Geschichte eine Kolumbianerin, die in Deutschland zur Prostitution gezwungen wird. Beileibe nichts für schwache Nerven, auch die Sprache ist mitunter recht derb, aber für Leser, die realistische Lektüre zum Thema suchen, sicher eine gute Wahl.
Margrit Schmid/Alice Schmid: I killed people. Wenn Kinder in den Krieg ziehen. Lamuv Verlag, Göttingen 2001, 157 S., € 9,90
„Ich habe sieben Jahre im Krieg gekämpft und habe so viel Schreckliches gesehen. Menschen, die Hunger hatten, sterbende Menschen“. Maud kämpfte seit ihrem zwölften Lebensjahr als Soldatin im liberianischen Bürgerkrieg und erlebte das Grauen hautnah. Mit Interviews ehemaliger Kindersoldaten und Hintergrundinformationen zum Bürgerkrieg.
Rüdiger Siebert: Insel im schwarzen Fluss. Die Geschichte einer verkauften Kindheit in Thailand. terre des hommes, Osnabrück 2002, 193 S., € 7,50
Stellvertretend für die Lebensumstände vieler Kinder in den so genannten Entwicklungs- und Schwellenländern steht Thongs Geschichte, der von seinen Eltern nach Bangkok geschickt wird, um dort zu arbeiten und so den Lebensunterhalt der Familie mit zu sichern. Das Kind wird gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten,
kann aber schließlich durch ein Hilfsprojekt gerettet werden. Der Roman eignet sich bereits für ungeübte Leser ab etwa 10 Jahren.
Nasrin Siege: Juma. Ein Straßenkind aus Tansania. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2003, 161 S., € 5,90
Siege erzählt kindgerecht und literarisch ansprechend die Geschichte eines entwurzelten Kindes, das Hilfe bei der Entwicklung einer Lebensperspektive erhält: Nachdem Jumas Mutter gestorben ist, verfällt sein Vater zunehmend dem Alkohol. Auch das Leben mit der Stiefmutter gestaltet sich immer konfliktreicher, sodass er von zu Hause wegläuft und sich fortan als Straßenkind durchschlagen muss. Schließlich findet Juma Zuflucht in einem Zentrum für Straßenkinder.
Allan Stratton: Chandas Krieg. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2007, 333 S., € 7,95
Weltweit sind nach internationalen Schätzungen etwa 300.000 Kindersoldaten im Einsatz, von denen die meisten zwangsrekrutiert worden sind. Mit dieser Problematik setzt sich der vorliegende Roman auseinander: Da Chandas Mutter an Aids gestorben ist, muss sie sich allein um die jüngeren Geschwister kümmern. Als die Kinder das Dorf von Verwandten besuchen, wird dieses von Rebellen geplündert. Chandas Geschwister werden verschleppt und als Kindersoldaten rekrutiert. Chanda macht sich auf die gefährliche Suche nach ihnen.
Hartwig Weber/Sor Sara Sierra Jaramillo: Narben auf meiner Haut. Straßenkinder fotografieren sich selbst. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M./Wien/Zürich 2003, 200 S., € 19,90
Auf den Straßen der südamerikanischen Metropolen leben viele Kinder und Jugendliche in ständiger Todesgefahr. Dieser außergewöhnliche Band bietet den Straßenkindern die Möglichkeit, aus ihrem Leben zu berichten, und zwar mithilfe von selbstgeschossenen Fotos, die ihren Alltag unmittelbar und authentisch darstellen. Der sehr lesenswerte Textteil erläutert das Projekt und enthält wichtige Informationen zur Situation der Straßenkinder.
Hartwig Weber/Sor Sara Sierra Jaramillo: Das blutende Herz. Religion der Straße. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M./Wien/Zürich 2006, 216 S., € 19,90
Dieses Buch kann als Fortsetzung des Bandes „Narben auf meiner Haut“ betrachtet und gelesen werden. Mithilfe einer gekonnten Mischung aus theoretischen Überlegungen, persönlichen Eindrücken, Berichten der Straßenkinder und berührenden Fotos zeigt der Autor die Armut und die Hoffnungslosigkeit, die das Leben auf der Straße beherrschen. Einziger Ausweg aus dem Elend ist für viele Straßenkinder die Religion, die dabei hilft, die Ungerechtigkeit des Alltags zu erklären und Zuversicht zu schenken.
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6. Flucht und Asyl
Mahmut Baksi/Elin Clason: In der Nacht über die Berge. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2001, 126 S., € 5,50
Baksi erhielt in der Türkei aufgrund seines Engagements für die kurdische Minderheit Publikationsverbot und entzog sich einer drohenden Gefängnisstrafe durch seine Flucht ins Exil. Im vorliegenden Roman erzählt er exemplarisch von der Flucht einer kurdischen Familie, deren Dorf von türkischen Soldaten überfallen und danach dauerhaft terrorisiert wird. Es bleibt nur eine Möglichkeit – mitten in der Nacht flieht die Familie in Richtung Syrien.
Marina Budhos: Es gibt uns doch! Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008, 208 S., € 5,95, ab 10
Seit Jahren schon lebt Nadiras Familie illegal in New York. Die Eltern arbeiten, Nadira und ihre Schwester Aisha besuchen das College. Doch mit den Ereignissen des 11. September ändert sich die Situation für Muslime in den USA schlagartig. Aus Angst vor Abschiebung will die Familie in Kanada Asyl beantragen. Ein authentischer Roman.
Federica de Cesco: Weißer Kranich über Tibet. Heyne Verlag, München 2006, 239 S., € 7,95
Der Roman erzählt von der Unterdrückung der Tibeter durch den chinesischen Staat. Sonam, Tochter tibetischer Oppositioneller, wird zusammen mit ihrem Freund zu einer gefährlichen und verlustreichen Flucht gezwungen. In ihrem Gepäck befindet sich eine Filmaufnahme, die die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Zentralregierung dokumentiert. Die einzige Chance zu überleben besteht darin, über die schneebedeckten Pässe des Himalaya in das freie Nepal zu entkommen.
Deborah Ellis: Im Herzen die Angst. Eine Flucht durch Afghanistan. Omnibus Verlag, München 2005, 143 S., € 6,90
Als Junge verkleidet begibt sich das Mädchen Parvana auf eine lebensgefährliche Flucht durch Afghanistan. Auf der Suche nach den Überlebenden ihrer Familie verlässt sie Kabul und sieht sich fortan zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt – neben versprengten Soldaten vor allem auch den Luftangriffen der US-Armee. Unter den zahllosen Menschen, die ebenfalls auf der Flucht sind und versuchen, ihr weniges Hab und Gut zu retten, findet Parvana Freunde, die ihr helfen, die entbehrungsreiche Zeit zu überstehen. Fortsetzung des Buches „Die Sonne im Gesicht”.
Urs M. Fiechtner: Mario Rosas. Die Geschichte einer Flucht. terre des hommes, Osnabrück Neuausgabe 2002, 216 S., € 7,50
Ausgehend von einem authentischen Fall entfaltet Fiechtner die Geschichte einer Familie, die durch zwei Diktaturen entwurzelt worden ist. Es ist die Geschichte der Flucht eines chilenischen Oppositionellen und seiner mühsamen Integration in Deutschland – dem Land, aus dem einst seine jüdischen Eltern nach Südamerika geflohen sind. Fiechtner stellt das Leben eines Asylbewerbers aus der Perspektive des Betroffenen dar.
Leona Goldstein: Displaced. Flüchtlinge an den Grenzen Europas. Von Loeper Literaturverlag, Karlsruhe 2008, 128 S., € 29,90. Mit 2 Filmen auf DVD
Schon das Vorwort macht die Problematik klar: Flüchtlinge und Asylbewerber stehen auf der politischen Agenda seit langem nicht mehr an oberster Stelle. Sie leben unter uns, von vielen Menschen weitgehend unbeachtet; aber als „Menschen zweiter Klasse“ leben sie nicht mit uns. Goldstein erzählt in ihren Filmen und mit ausdrucksstarken Fotos vom Leben der Asylsuchenden, von ihren verzweifelten Bemühungen irgendwo anzukommen und dem alltäglichen Kampf um Akzeptanz. Ein Bildband mit Texten in deutsch, englisch und französisch und einer DVD mit den Dokumentarfilmen „Au clair de la lune“, gedreht in Burkina Faso bzw. Elfenbeinküste, und „Le Heim“, der in Deutschland spielt und die Zustände unter denen Asylbewerbern hier schildert.
Armin Greder: Die Insel. Eine tägliche Geschichte. Sauerländer Verlag, Aarau, Frankfurt a. M. 2002, 32 S. (zurzeit vergriffen)
Dieses mutige, preisgekrönte Bilderbuch präsentiert mit kraftvollen, expressionistisch anmutenden Kreidezeichnungen und einem dichten Text die Geschichte eines Flüchtlings, der mit seinem Floß den rettenden Strand einer Insel erreicht. Obwohl die Inselbewohner in Wohlstand leben, ist die Bereitschaft, den Fremden aufzunehmen, sehr gering. Rasch verbreiten sich Misstrauen und Angst vor dem Fremden. Schließlich wird der Fremde wieder dem Meer preisgegeben, die Insel wird zur Festung ausgebaut.
Eugénie Musayidire: Mein Stein spricht. Horlemann Verlag, Bad Honnef 1999, 71 S., € 7,60
2007 erhielt Musayidire, die seit ihrer Flucht 1970 in der Bundesrepublik lebt und hier auch Asyl erhalten hat, den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Sonderausgabe mit 19 Gedichten über Ermordung der Mutter sowie weiterer Verwandter und Freunde während des Genozids in Ruanda 1994. Die einfach anmutenden Gedichte spiegeln eindrucksvoll die intensiven Gefühle der Autorin wider: Liebe, Trauer, Wut und manchmal auch den Wunsch nach Rache.
Suzanne Fisher Staples: Die Sterne über Peschawar. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, 282 S., € 7,50
Der eindrucksvolle Roman erzählt von der Schwierigkeit, in einem von Diktatur und Krieg zerstörten Land zu überleben: Das afghanische Mädchen Nadschmah ist gezwungen, ihr Dorf zu verlassen, nachdem die Taliban alle männlichen Bewohner des Dorfes verschleppt haben und nun auch noch die amerikanische Luftwaffe das Dorf bombardiert hat. Als Junge verkleidet macht sie sich auf die Suche nach ihrer Familie.
Liesel Willems: Gülgin sagte es leise. Geschichten über Flüchtlingskinder bei uns. terre des hommes, Osnabrück 2003, 111 S., € 7,90
Der Band enthält 34 sehr kurze Erzählungen, die selten mehr als zwei Druckseiten umfassen und sich bereits für junge Leser ab etwa zehn Jahren eignen. Die Texte geben einen Einblick in die Innenwelt der Flüchtlingskinder und helfen so, Verständnis für das Schicksal der Opfer von Flucht und Vertreibung zu wecken. Der Anhang bietet zudem wichtige Hintergrundinformationen zu den Erzählungen und zur Arbeit von terre des hommes.
Klaus-Peter Wolf: Die Abschiebung. Oder Wer tötete Mahmut Perver? Buch und Media Verlag, München 2002, 126 S., € 9,95
In diesem mehrfach ausgezeichneten und auch verfilmten Roman setzt sich Wolf kritisch mit der deutschen Gesellschaft und der hiesigen Asylpraxis auseinander. Eine besondere Qualität des bereits 1984 erschienenen Romans liegt darin, dass er nichts beschönigt und auf ein glückliches Ende verzichtet. Berichte von Pro Asyl und anderen Organisationen über die aktuelle Menschenrechtssituation in Deutschland verdeutlichen, dass Wolfs Erzählung nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat.
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7. Presse- und Meinungsfreiheit
Joke van Leeuwen/Malika Blain: Jahre ohne Amar. Patmos Verlag, Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2006, 160 S., € 12,90
Der vorliegende Roman der mehrfach ausgezeichneten niederländischen Autorin basiert auf Gesprächen, die sie mit der Marokkanerin Malika Blain und ihrer Familie geführt hat. Im Casablanca der siebziger Jahre muss das Mädchen Zima mit ansehen, wie ihre beiden Brüder zunächst „verschwinden“ und schließlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden, weil sie mithilfe von verbotenen Schriften gegen das Regime von König Hassan II gekämpft haben.
Steffen Lüddemann: 50 Hertz gegen Stalin. Patmos Verlag, Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2007, 267 S., € 14,90
Lüddemann arbeitet in seinem Roman einen authentischen Fall auf – den der Altenburger Widerstandsgruppe, die 1949 Flugblattaktionen durchgeführt und auch einen geheimen Sender aufgebaut hat, um in Ostdeutschland gegen die um sich greifende stalinistische Diktatur zu kämpfen. Es ist ein Vorzug des Romans, dass er die Geschichte der Widerstandsbewegung konsequent zu Ende erzählt: Nach ihrer Verhaftung werden die Mitglieder teils zum Tode, teils zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.
Beverly Naidoo: Die andere Wahrheit. Arena Verlag, Hamburg 2005, 324 S., € 7,95
Ein oppositioneller nigerianischer Journalist muss die Ermordung seiner Frau miterleben. Zunächst gelingt seinen beiden Kindern die Flucht nach England, einige Monate später kann er selbst mithilfe von gefälschten Papieren ins Exil fliehen. Naidoo, die selbst Widerstandskämpferin in Südafrika war, hat mit „Die andere Wahrheit“ einen authentischen und mitreißenden Roman vorgelegt, der nicht zuletzt die gängige europäische Asylpraxis hinterfragt.
Marjane Satrapi: Persepolis. Eine Kindheit im Iran. Ueberreuter Verlag, Wien 2007, 160 S., € 9,95
Vor dem Hintergrund der islamischen Revolution des Jahres 1979 wächst Marjane Satrapi, Tochter links-intellektueller Eltern, in einem Land voller Widersprüche auf. Sie erlebt Freundschaften und erstes pubertäres Aufbegehren, erlebt aber auch in ihrer Umgebung Verfolgung, Folter und Gewalt an Regimegegnern. Für Marjane beginnt ein Leben zwischen den Welten, das sie bis ins Erwachsenenleben nicht ablegen wird. Ein Schwarzweiß- Comic, der durch seine klaren Bilder eine ganz besondere Intensität entwickelt.
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© 2008 Amnesty International Deutschland

